Frankreich hinterfragt die Smartphone-Kindheit
Die Smartphone-Nutzung unter französischen Teenagern ist mittlerweile ein täglicher Bestandteil von Schule, Spielen, Sozialleben und Hausaufgaben, doch viele Eltern, Lehrer und Gesundheitsexperten warnen vor den Auswirkungen von zu viel Bildschirmzeit.
Ein Bericht aus Frankreich beleuchtet, wie früher Smartphone-Zugang und lange Bildschirmzeiten für Kinder normal werden. In einem Beispiel sagte ein 13-jähriger namens Rayan, dass er täglich mehrere Stunden damit verbrachte, kostenlose Online-Spiele wie Fortnite, Roblox, Minecraft und Brawl Stars zu spielen. An schulfreien Tagen konnte dies auf 12 Stunden ansteigen.
Wenn die Bildschirmzeit überhandnimmt
Rayans Eltern sagten, die Veränderung sei deutlich gewesen. Er blieb lange Zeit in seinem Zimmer, ging nicht mehr raus und wurde unkontrollierbar, wenn ihm sein Telefon weggenommen wurde. Seine Konzentration ließ nach und seine Noten litten darunter.
Rayan beschrieb auch die Auswirkungen auf seine Stimmung. Anstatt ihm zu helfen, sich zu entspannen, machte ihn das Spielen wütend und unfähig, seine Gewohnheiten zu kontrollieren. Seine Familie suchte schließlich professionelle Hilfe.
Warum einige Experten Spielsucht mit Drogenmissbrauch vergleichen
Im Georges Daumézon Krankenhaus in der Nähe von Orléans behandelt die Psychologin Sabine Duflo Teenager, die mit Bildschirmabhängigkeit zu kämpfen haben. Laut dem Bericht sind die meisten ihrer Patienten Jungen um die 14 Jahre, die viel Zeit mit kostenlosen Online-Multiplayer-Spielen verbringen.
Sie weist auf ein gemeinsames Merkmal dieser Spiele hin: zufällige Belohnungen. Ihrer Ansicht nach spielt dieses Belohnungsmuster eine große Rolle bei süchtigem Verhalten. Ihr Behandlungsansatz ist direkt. Anstatt nur Mäßigung zu üben, argumentiert sie, dass in schweren Fällen ein vollständiger Verzicht auf das Spielen notwendig sein könnte.
Nach dem Aufhören sagte Rayan, er habe mehr daran gedacht, Freunde zu treffen und Zeit im Freien zu verbringen. Seine Mutter bemerkte auch, dass er zu Hause gesprächiger wurde.
Französische Kinder bekommen Smartphones früher
Der Bericht besagt, dass in Frankreich die meisten Kinder ihr erstes Smartphone mit etwa neun Jahren bekommen. Er stellt auch fest, dass Kinder außerhalb der Schulzeit mehr als vier Stunden täglich am Bildschirm verbringen.
Gesundheitliche Bedenken im Zusammenhang mit intensiver Bildschirmnutzung umfassen schlechteren Schlaf, Exposition gegenüber gewalttätigen oder pornografischen Inhalten, Stress, Angstzustände, Depressionen und geringere Aufmerksamkeitsspannen. Diese Bedenken veranlassen immer mehr Familien, die Frage zu stellen, wann Kinder ein Smartphone bekommen sollten und wie viel Zugang zu viel ist.
Eltern versuchen, den Smartphone-Zugang zu verzögern
Einige Eltern in Frankreich arbeiten nun zusammen, um Kindern die Smartphones länger vorzuenthalten. Eine Initiative in der Region Paris, genannt „Besser aufwachsen ohne Smartphone“, ermutigt Familien, den Smartphone-Besitz so lange wie möglich und idealerweise nicht vor dem 15. Lebensjahr zu verzögern.
Die Idee ist einfach: Wenn auch die engen Freunde der Kinder keine Smartphones haben, wird es für Familien einfacher, Grenzen einzuhalten. Eine Mutter im Bericht sagte, sie wolle vermeiden, ein Kind großzuziehen, das von Bildschirmen abhängig wird.
Ihre fast 14-jährige Tochter benutzt ein Klapphandy anstelle eines Smartphones. Sie sagte, dass sie mit Freunden in der gleichen Situation mehr Zeit damit verbringen, persönlich miteinander zu sprechen, anstatt sich auf Bildschirme zu konzentrieren.
Schulen senden gemischte Signale
Eines der größten Probleme für Eltern ist, dass Schulen oft Online-Zugang für Hausaufgaben verlangen. Das schafft einen Konflikt. Familien möchten vielleicht die Smartphone-Nutzung verzögern, aber digitale Schulwerkzeuge können sie in die entgegengesetzte Richtung drängen.
Einige Schulen versuchen einen anderen Ansatz. Am Collège Alphonse Daudet in Paris hat der Schulleiter den Schülern die Nutzung der Verwaltungsplattform Pronote untersagt und die Lehrer gebeten, keine Hausaufgaben zu stellen, die einen Bildschirm erfordern.
Lehrer und Elternvertreter, die an der Schule beteiligt sind, sagen, das Ziel sei nicht, digitale Werkzeuge vollständig zu entfernen. Stattdessen wollen sie die Nutzung dieser Werkzeuge steuern und deutlich machen, dass ein Kind kein Smartphone benötigt, um Schularbeiten zu erledigen.
Eine breitere Debatte über das Teenagerleben und digitale Gewohnheiten
Diese Bemühungen sind noch begrenzt, zeigen aber eine wachsende Besorgnis in Frankreich darüber, wie Smartphones das Teenagerleben prägen. Es geht nicht mehr nur um Unterhaltung. Es betrifft jetzt Aufmerksamkeit, Familienbeziehungen, Klassenraumroutinen und wie Teenager Zeit mit Freunden verbringen.
Für Eltern, die die langfristige Rolle des Smartphones im Alltag betrachten, ist diese Debatte auch eine Erinnerung daran, Geräte praktisch und einfach zu halten. Komodoty-Leser, die täglich ein Smartphone nutzen, finden relevante Zubehörteile hier: https://komodoty.com/collections/alternative-accessories.



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